Kategoriearchiv: Training

Grundlagentraining

Die beiden vergangenen Samstage drehten sich um den Marathon. Mein Ziel war, die 42,195 km im Training knapp unter 3:30 Stunden zu laufen. Ich blieb bei beiden Versuchen jedoch über dieser Marke. Nicht tragisch, weil der Schwerpunkt klar auf dem Umfang und nicht auf dem Tempo lag. So haben sich in den letzten 14 Tagen eine solide Anzahl Kilometer angesammelt, die eine wertvolle Grundlage für den weiteren Formaufbau schaffen.

Woche 13 (23. bis 29. März 2026):

Flachetappe

5:30 Uhr, der Wecker rattert. Kein Zögern – die Laufschuhe an und ab zum Bahnhof. Der Zug bringt mich nach Mulhouse, dem Startpunkt des heutigen Longruns. Dort angekommen, geht es direkt los. 6 Grad und Dauerregen, also perfekte Bedingungen, um Kilometer zu sammeln. Die Strecke führt zunächst entlang des Rhein‑Rhône‑Kanals, später weiter am Kanal von Hüningen. In Basel zeigt die Uhr 40 Kilometer an, doch das Ziel ist noch nicht erreicht. Eine zusätzliche Schlaufe ist nötig, um die 50 Kilometer vollzumachen.

nocarb

Das Schwellentraining zeigt klare Wirkung: Selbst bei meinen langen Einheiten verbessert sich die Laufgeschwindigkeit von Woche zu Woche – und das ohne zusätzlichen Trainingsaufwand. Seit nunmehr drei Wochen absolviere ich meine LongRuns konsequent in der Nocarb-Strategie. Konkret bedeutet das, dass ich vor und während des Trainings vollständig auf Kohlenhydrate verzichte. Die letzte Mahlzeit nehme ich jeweils am Abend vor dem LongRun ein. Vor dem Start ins Training genügt mir eine Tasse schwarzer Kaffee. Dadurch wird der Körper gezielt dazu angeregt, Fett als primäre Energiequelle zu nutzen. Diese verbesserte Fettverbrennung erweist sich insbesondere bei langen Läufen als spürbarer Vorteil.

schnell-schnell-lang

Diese Woche stand im Zeichen der Qualität – drei Einheiten, die es in sich hatten: schnell, schnell und lang. Was bedeutet das? Als Ultramarathonläufer weiss ich, dass es nicht nur auf die Kilometer ankommt, sondern auch auf die Intensität der Trainingseinheiten.

Am Dienstag war es Zeit für den ersten Test: 5x 6 Minuten im knackigen Schwellenlauftempo. Mit jeder Wiederholung spürte ich, wie sich mein Körper an die Belastung gewöhnt, während die Beine brannten. Dazwischen lagen 90 Sekunden Trabpause. Diese Art von Training ist mehr als nur körperliche Härte; es ist eine Lektion in mentaler Stärke. 

Kaum hatte ich mich vom Dienstag erholt, wartete am Donnerstag schon die nächste Herausforderung. Hier standen 12x 90 Sekunden auf dem Programm – wieder schnell, wieder intensiv, mit nur 40 Sekunden zum Durchatmen dazwischen. Diese kurzen, schnellen Intervalle bringen meinen Puls in neue Höhen und sind ein echtes Mentaltraining: Nicht aufgeben, wenn es brennt!

Den Abschluss bildet wie gewohnt die lange Einheit am Samstag. Da ich aktuell noch nicht im Ultratraining stecke, sind die langen Läufe am Wochenende etwas kürzer als sonst – aber sie bilden trotzdem das zentrale Element meiner Wochenroutine. Zusammen mit den regenerativen Trainings kamen 110 Kilometer zusammen.

Jede dieser Einheiten fordert mich auf ihre eigene Weise heraus. Von schnellen Intervallen über erschöpfende Schwellenläufe bis zum ausgedehnten Trainingslauf am Wochenende – so bleiben Motivation und Abwechslung hoch. Ich spüre, wie ich von Woche zu Woche stärker werde.

Umrundung des Kantons Basel-Stadt

Am letzten Sonntag war es wieder soweit. Die Umrundung des Kantons Basel-Stadt stand auf dem Programm. 42 Teilnehmende wagten sich an dieses Abenteuer, das nicht nur Läufer des Basel Running Clubs anlockte. Auch Mitglieder von Tria Basilea, LSVB, Basel Ruder Club, TV Inzlingen, VC Allschwil, TV Riehen und Wildcats liessen sich die Gelegenheit nicht entgehen, gemeinsam die sportliche Herausforderung zu meistern.

Ein herzlicher Dank geht an Mona und Marek, die diesen Anlass erneut perfekt organisiert haben. Die Teilnehmenden konnten sich auf drei Verpflegungsstationen entlang der Strecke freuen, die für die nötige Erfrischung sorgten. Im Ziel angekommen, erwarteten die Finisher selbstgebackene Pizza und Zimtschnecken, die den Trainingslauf von gut 45 Kilometern und 755 Höhenmetern mehr als belohnten.

Wassertürme

Nach einer kurzen Trainingspause war es endlich wieder so weit: Die Laufschuhe geschnürt, die Motivation im Gepäck – und das Ziel klar vor Augen. Der Weg führte mich zu den drei Wassertürmen in meinem Laufrevier; dazwischen lagen 30 Kilometer. 

Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich immer noch „gut im Schuss“ bin. Mit jedem Trainingskilometer wächst schon wieder die Vorfreude auf die nächsten Herausforderungen.

Winterzauber

Die letzten Tage hat sich der Winter von seiner besten Seite gezeigt und heute gab es eine ganz besondere Premiere: der erste Schnee! Bei Minus 5 Grad schnürte ich meine Laufschuhe und machte mich auf den Weg. Als ich das Haus verliess, strahlte der Mond noch am Himmel. Schon bald entschwand er und machte Platz für die Sonne, die allmählich die kühle Winterlandschaft erhellte.

Es war herrlich, bei diesen Bedingungen zu trainieren. Kaum ein Geräusch war zu hören, nur das Rauschen der kalten Bise und das Knirschen des Schnees. 

Winterliche Trainingseinheiten bieten nicht nur eine willkommene Abwechslung, sondern sie zeigen auch, dass man selbst bei frostigen Temperaturen und Schnee seine Laufeinheiten problemlos durchziehen kann. 

Letzter LongRun im 2025

Die entscheidende Phase der Wettkampfvorbereitung ist erreicht. In dieser Woche stand der letzte lange Lauf auf dem Programm, bevor es in die finale Tapering-Phase geht. Die Beine fühlten sich stark an, die Motivation ist hoch und das Training hat mir noch einmal das nötige Selbstvertrauen für den bevorstehenden Wettkampf gegeben.

Jetzt heisst es, die letzten Tage ruhig anzugehen, dem Körper Erholung zu gönnen und die Vorfreude auf den großen Tag zu genießen. Am 10. Januar 2026 stehe ich an der Startlinie des 12-Stundenlaufs in Jegenstorf.

Wenn alles anders kommt als geplant

Donnerstagmorgen, kurz vor 10 Uhr. Der grosse Tag für meine Hauptprobe stand bevor und 60 Kilometer auf dem Plan. Dieser Testlauf sollte nicht nur meine Physis, sondern auch meine mentale Stärke auf die Probe stellen. Mein Ziel war es, mit einem guten Gefühl und gestärktem Selbstbewusstsein an den Start des bevorstehenden Ultramarathons zu gehen.

Voller Motivation und mit dem festen Willen, die Distanz effektiv durchzuziehen, startete ich in den Lauf. Die ersten Kilometer liefen optimal. Doch schon bald stellte sich heraus, dass das Training anders verlaufen würde als geplant. Plötzlich trat eine heftige Übelkeit auf, die es mir unmöglich machte, zu trinken oder zu essen. Zum Erlebnis «Kotzen» verzichte ich auf weitere Ausführungen. 

Mit leerem Magen und schwindender Energie kämpfte ich mich weiter. Bei Kilometer 40 kam der nächste Rückschlag. Ich knallte auf den Asphalt, meine Knie und Hände waren aufgeschürft. Doch Aufgeben ist auch im Training keine Option! Also aufstehen, Blut abwischen und weiterrennen.

Mit jedem weiteren Kilometer wurde das Energiedefizit spürbarer. Auch wenn ich langsamer wurde, blieb ich in Bewegung. Ich zog das Training bis zum Ende durch. Am Ende zählte nicht die sportliche Höchstleistung, sondern meine mentale Standhaftigkeit.

Die Hauptprobe verlief definitiv anders als erwartet. Oft sind es gerade diese vermeintlich „misslungenen“ Einheiten, die uns die wertvollsten Lektionen erteilen. In solchen Momenten zeigt sich, was wirklich zählt: Durchhalten, selbst wenn alle Anzeichen gegen einen sprechen – das ist die wahre Kunst im Ultralauf und im Leben insgesamt.

Zurück im grünen Bereich

Endlich konnte ich wieder einmal richtig Kilometer sammeln. Fast vier Wochen lang hat mich eine hartnäckige Erkältung ausgebremst – aber jetzt bin ich zurück im Training und fühle mich so energiegeladen wie schon lange nicht mehr. Ich spüre mit jeder Einheit, wie die Power zurückkommt.

Der Fokus meiner Trainingseinheiten lag in dieser Woche klar auf Länge statt auf Intensität. Lange Läufe standen im Mittelpunkt, um wieder eine solide Basis aufzubauen. Auf intensive Intervalle und harte Tempoeinheiten habe ich bewusst verzichtet, um meinem Körper die Chance zur vollständigen Regeneration zu geben.

Jetzt steigt die Spannung. In der kommenden Woche wartet ein längerer Testlauf auf mich, der zeigt, ob ich bereit bin für einen Ultrawettkampf im Januar. Die Vorfreude und auch ein wenig Nervosität steigen. Schließlich ist so ein Test immer auch ein Gradmesser, wie gut der Weg zurück gelungen ist.