Archiv des Monats: August 2025

Entwicklung der Form

Der zweitletzte dreiwöchige Trainingsblock meines Ultramarathon-Vorbereitungsplans ist heute zu Ende gegangen. Zeit, einen Blick zurückzuwerfen und zu reflektieren. Die letzten einundzwanzig Tage waren geprägt von intensiven Einheiten, einer bewussten Steuerung der Belastung und einer klaren Fokussierung auf den Kilometerumfang als Grundpfeiler dieser Phase. 

Zufriedenheit beschreibt wohl am besten den aktuellen Zustand. Die Form entwickelt sich deutlich in die gewünschte Richtung, was in erster Linie auf die solide Basis der langen Läufe zurückzuführen ist. Diese Einheiten bilden weiterhin das Herzstück meines Trainingsprogramms. Über die gesamten letzten drei Wochen hinweg konnte ich die langen Distanzen ohne grössere Probleme absolvieren. Die Pace war konstant, die Regeneration verlief planmässig und auch die mentale Frische blieb erhalten. Die Kilometerumfänge sind mittlerweile spielend erreichbar, die Ermüdung tritt erst spät auf und die Bewegungsökonomie hat sich spürbar verbessert.

In diesem Block stand daher das Ziel im Vordergrund, die wöchentlichen Laufkilometer sukzessive zu steigern, ohne das Risiko von Überlastung oder Verletzungen einzugehen. Der Trainingsplan sah eine ausgewogene Mischung aus langen, ruhigen Dauerläufen und mittellangen Einheiten vor. 

Die letzte Trainingswoche brachte eine besondere Herausforderung mit sich: Die Temperaturen lagen zu meinen üblichen Trainingszeiten konstant über 30 Grad. Das zwang mich zu einer strategischen Anpassung der qualitativen Einheiten. Ursprünglich waren Tempowechsel und intensive Intervalle geplant, doch unter diesen Bedingungen wäre dies mit einem erhöhten Risiko von Energieverlust verbunden gewesen. Um unnötigen Stress für den Organismus zu vermeiden, habe ich bewusst das Tempo gedrosselt und auf maximale Belastung verzichtet. Stattdessen lag der Fokus weiterhin auf den langen Läufen und deren effizienter Durchführung. Diese Entscheidung hat sich als sinnvoll erwiesen – die Form blieb stabil, der Körper konnte die Belastung gut verkraften und die Regeneration wurde nicht beeinträchtigt.

Gerade bei solchen Ausnahmesituationen zeigt sich, wie wichtig es ist, flexibel und selbstreflektiert zu agieren. Das Bewusstsein, nicht stur nach Plan vorzugehen, sondern den eigenen Körper in den Mittelpunkt zu stellen, ist ein entscheidender Erfolgsfaktor im Ultramarathontraining. Die Erfahrung, auch unter schwierigen Bedingungen eine sinnvolle Lösung zu finden und den Blick auf das grosse Ziel zu behalten, stärkt die mentale Widerstandsfähigkeit. Motivation und Freude am Training bleiben erhalten, weil man spürt, wie sich die Form entwickelt und die Belastungen gut verarbeitet werden. Die Zufriedenheit nach jedem erfolgreichen Lauf ist ein wertvoller Antrieb für die kommenden Wochen.

Das Ziel ist nun zum Greifen nah. Mit viel Zuversicht und Vorfreude blicke ich auf die letzten drei Trainingswochen und freue mich darauf, die erarbeiteten Fortschritte im Rennen unter Beweis zu stellen.