Monatsarchiv: Juli 2026

Peak-Woche

Der härteste Brocken der Vorbereitung ist abgehakt. Die Peak-Woche ist geschafft. Das absolute Highlight war der Doppeldecker am Freitag und Samstag. Zwei lange Back-to-Back-Läufe innerhalb von 24 Stunden. Ab nächster Woche heisst es endlich Tapering. Die Umfänge gehen runter, die Regeneration geht hoch. Die harte Arbeit ist getan, jetzt wird die Form konserviert.

Kilometer fressen

Ein weiteres intensives Trainingswochenende liegt hinter mir. Es stand wieder eine der wichtigsten Kernkomponenten meines Trainingsplans an, nämlich ein klassischer Back-to-back-Block. Das Ergebnis umfasst 89.63 Kilometer, einen perfekt funktionierenden Magen und die Gewissheit, dass die Formkurve genau nach oben zeigt. Am Samstag legte ich 54.19 Kilometer zurück und fokussierte mich ganz auf die Pace sowie die mentale Stärke. Am Sonntag folgten weitere 35.44 Kilometer, was echtes Laufen auf müden Beinen und reine Willenssache bedeutete. Die Temperaturen machen mir mittlerweile nichts mehr aus, da sich mein Körper komplett an die Hitze gewöhnt hat.

Viele fragen mich, warum man die Belastung auf zwei Tage aufteilt, anstatt achtzig bis 100 Kilometer am Stück zu laufen. Die Antwort liegt in der Trainingswissenschaft und der Verletzungsprävention. Am Sonntag starte ich bereits mit vorermüdeten Muskeln sowie entleerten Glykogenspeichern. Das simuliert perfekt das letzte Drittel eines langen Rennens. Zudem erfordert es enorme Disziplin, sich am Sonntag trotz Müdigkeit wieder die Laufschuhe zu schnüren. Die Belastung von zwei Tagen ist orthopädisch weitaus verträglicher als ein einziger extrem langer Lauf. Das Verletzungsrisiko sinkt, während der Trainingseffekt maximal bleibt.

Ein Ultramarathon wird schlussendlich im Magen entschieden. Man kann der fitteste Läufer der Welt sein, aber wenn die Energieaufnahme versagt, ist das Rennen vorbei. Deshalb nutze ich jede dieser Einheiten als Generalprobe für mein Fueling. Mein Fokus lag auf einer exakt getakteten Zufuhr von Gels für die Energie, Flüssigkeit und Salz gegen die Hitze sowie zur Vermeidung von Muskelkrämpfen. Das Fazit des Wochenendes ist, dass der Magen absolut nicht rebelliert hat. Die Strategie ging vollständig auf und die Nährstoffe wurden optimal ohne Beschwerden aufgenommen.

Back-to-Back

Wer für einen Ultramarathon trainiert, steht vor einer grossen Herausforderung. Man kann im Training vor dem Renntag nicht einfach die komplette Wettkampfdistanz laufen. Das würde den Körper komplett zerstören und die Regeneration Tage oder Wochen kosten. Wie bereitet man sich also auf die extremen Distanzen vor? Die Antwort lautet Back-to-Back-Training. In der Szene wird diese Methode oft einfach B2B genannt. Sie ist eines der effektivsten Werkzeuge für alle Ultraläufer.

Das Prinzip hinter dieser Trainingsform ist simpel aber intensiv. Du absolvierst an zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen lange Trainingseinheiten.

Der eigentliche Zweck dieser Methode ist die gezielte Vorermüdung. Am ersten Tag läufst du deine Speicher leer und ermüdest die Muskeln. Wenn du am zweiten Tag die Laufschuhe schnürst, startest du bereits erschöpft. Du lernst, trotz schwerer Beine eine saubere Lauftechnik aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig baut dieses Training eine mentale Härte auf, die dich im späteren Wettkampf retten wird.

Um mich optimal auf meine nächsten Ziele vorzubereiten, setze ich diese Methode jetzt direkt in die Praxis um. Ich werde an den nächsten drei Wochenenden feste B2B-Läufe in meinen Trainingsplan integrieren.

B2B: Samstag 11. Juli 2026
B2B: Sonntag 12. Juli 2026

Kreta

Nach dem letzten intensiven Trainingsblock im Juni war es endlich so weit. Die Reise ging ab nach Kreta in die Ferien. Dort habe ich ganz bewusst den Umfang und die Intensität für 14 Tage heruntergefahren.

Ein zweiwöchiges reduziertes Training sieben Wochen vor dem 100-Meilen-Lauf wirft vielleicht Fragen auf. Gefährdet das nicht die Zielvorgabe? Die Antwort lautet ganz klar nein. Der Grund dafür ist einfach. In den Monaten davor habe ich eine extrem solide aerobe Basis aufgebaut.

Diese gezielte Regeneration wirkt im Grunde wie ein vorgezogener, regenerativer Block. Er bringt eine enorme körperliche Frische. Gleichzeitig bleibt der aerobe Kapazitätsverlust bei einem minimalen Lauftraining in dieser kurzen Zeit messbar unbedeutend.

Die grossen Vorteile dieser Laufpause lassen sich erklären:

Superkompensation der Muskelstrukturen
Mikrotraumen und chronische Entzündungen in den Sehnen und Muskeln sind normal. Sie entstehen durch das anhaltend hohe Laufvolumen. In dieser Pause heilen sie nun vollständig aus.

Zentralnervöse Erholung
Nicht nur die Muskeln ermüden beim Ultratraining. Auch das Nervensystem regeneriert sich in den Ferien. Die neuromuskuläre Frische steigt dadurch spürbar an.

Mentale Entlastung
Der psychologische Stress des harten Trainings sinkt. Das schärft den mentalen Fokus für die finale Peak-Phase der nächsten drei Wochen.

Mit der gewonnenen Frische im Kopf und in den Beinen startet jetzt die heisse Phase.