Kilometer fressen

Ein weiteres intensives Trainingswochenende liegt hinter mir. Es stand wieder eine der wichtigsten Kernkomponenten meines Trainingsplans an, nämlich ein klassischer Back-to-back-Block. Das Ergebnis umfasst 89.63 Kilometer, einen perfekt funktionierenden Magen und die Gewissheit, dass die Formkurve genau nach oben zeigt. Am Samstag legte ich 54.19 Kilometer zurück und fokussierte mich ganz auf die Pace sowie die mentale Stärke. Am Sonntag folgten weitere 35.44 Kilometer, was echtes Laufen auf müden Beinen und reine Willenssache bedeutete. Die Temperaturen machen mir mittlerweile nichts mehr aus, da sich mein Körper komplett an die Hitze gewöhnt hat.

Viele fragen mich, warum man die Belastung auf zwei Tage aufteilt, anstatt achtzig bis 100 Kilometer am Stück zu laufen. Die Antwort liegt in der Trainingswissenschaft und der Verletzungsprävention. Am Sonntag starte ich bereits mit vorermüdeten Muskeln sowie entleerten Glykogenspeichern. Das simuliert perfekt das letzte Drittel eines langen Rennens. Zudem erfordert es enorme Disziplin, sich am Sonntag trotz Müdigkeit wieder die Laufschuhe zu schnüren. Die Belastung von zwei Tagen ist orthopädisch weitaus verträglicher als ein einziger extrem langer Lauf. Das Verletzungsrisiko sinkt, während der Trainingseffekt maximal bleibt.

Ein Ultramarathon wird schlussendlich im Magen entschieden. Man kann der fitteste Läufer der Welt sein, aber wenn die Energieaufnahme versagt, ist das Rennen vorbei. Deshalb nutze ich jede dieser Einheiten als Generalprobe für mein Fueling. Mein Fokus lag auf einer exakt getakteten Zufuhr von Gels für die Energie, Flüssigkeit und Salz gegen die Hitze sowie zur Vermeidung von Muskelkrämpfen. Das Fazit des Wochenendes ist, dass der Magen absolut nicht rebelliert hat. Die Strategie ging vollständig auf und die Nährstoffe wurden optimal ohne Beschwerden aufgenommen.