Zwei Wochen sind seit dem 100 Meilenrennen vergangen. Die Erholungszeit dauerte diesmal definitiv länger als erwartet. Das ist eine neue Erfahrung für mich, denn rein körperlich sah es schnell gut aus. Meine Muskeln, Sehnen und Bänder fühlten sich schon zwei Tage nach dem Wettkampf topfit an. Der Bewegungsapparat hätte also sofort losgelegt.
Das eigentliche Problem lag tiefer im System. Gefühlsmässig waren mein Cortisol und Adrenalin wegen der Hitze und Dehydration massiv erhöht. Mein hormonelles Gleichgewicht war durch die extreme Belastung völlig durcheinandergeraten. Die Quittung folgte jeweils in der Nacht. Ich musste vier bis fünf Nächte mit sehr schlechtem Schlaf durchstehen. Zudem war meine Körperkerntemperatur leicht erhöht, was den Schlaf natürlich nicht gerade förderte. Inzwischen hat sich alles eingependelt und ich schlafe tief und entspannt.
Das grosse Flüssigkeits- und Energiedefizit ist in der Zwischenzeit kompensiert. Die Speicher sind voll und die Waage zeigt einen normalen Wert an. Aus diesem Grund habe ich diese Woche das Training wieder aufgenommen. Ich habe beim Spazieren, Wandern und Rennen ein paar Kilometer gesammelt. Muskulär war das überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, die Beine wollten laufen. Die langsamen Einheiten passen deshalb perfekt in diese Phase.
Der Blick geht schliesslich schon nach vorne. Am 19. September 2026 starte ich in Ettingen beim Backyard Ultra. Dort will ich meine gute Form nochmals testen. Danach wartet im Oktober DAS grosse Highlight.

