Archiv der Kategorie: Wettkampf

Mauerweglauf 2026

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn eine Rechnung offen bleibt? Genau so geht es mir mit dem Mauerweglauf in Berlin. 2026 steht nicht nur ein weiteres sportliches Abenteuer vor der Tür – es ist auch die Chance auf Wiedergutmachung, Revanche und die Jagd auf eine persönliche 100 Meilen Bestzeit.

Die Startnummer ist bereits gesichert, der Flug und das Hotelzimmer sind gebucht. Im August 2026 werde ich zum zweiten Mal an den Start des Mauerweglaufs gehen und auf exakt 160,934 Kilometern einmal das ehemalige West-Berlin umrunden. Die Strecke verläuft entlang der ehemaligen Mauer und folgt dabei weitgehend dem Verlauf der innerdeutschen Grenze.   

Meine erste Teilnahme am Mauerweglauf im Jahr 2013 war alles andere als ein perfekter Lauf. Ich verlief mich nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals. Am Ende standen nicht die vorgesehenen 160,934 Kilometer auf meiner Uhr, sondern stolze 180 Kilometer. Trotz aller Widrigkeiten und Umwege war das Erlebnis unvergesslich, aber eben auch ein wenig enttäuschend.

Die Fehler von damals sind meine Motivation für morgen. Ich will mich nicht noch einmal verlaufen. Ich will die 160,934 Kilometer bezwingen – ohne Umwege, dafür mit jeder Menge Leidenschaft, Freude und Respekt vor der Strecke und der Geschichte dahinter.

Frauenfelder

Heute habe ich den Frauenfelder Waffenlauf zum 16. Mal bezwungen. Als Lohn für die harte Arbeit gab es Spaghetti und Sugo als Finishergeschenk. Ich verstehe, wenn nicht alle verstehen, dass man dafür 42,195 Kilometer rennt.

Die «bescheidene» Laufzeit von 3:53:05 h war absehbar. Trotzdem reichte dies noch zu einem 7. Rang in der Altersklasse M50. Klar, 550 Höhenmeter und das zusätzliche Gewicht von 6,2 Kilogramm auf dem Rücken fördern eine schnelle Endzeit auch nicht unbedingt. Ich war aber schon eine Woche lang gesundheitlich angeschlagen; dies mit viel Husten und wenig Schlaf. Ich bin deshalb mehr als zufrieden, dass ich unter diesen Umständen den Marathon durchgezogen habe.

Strecke / HFV-Status der letzten Woche!

Wettkampf

Mein Lauftraining nimmt Fahrt auf. Der richtige Moment, meine Form wieder einmal wettkampfmässig zu testen. In der Herbstsaison stehen meist nur kürzere Stadt- und Crossläufe auf dem Kalender. Aber nur meist, denn in Frauenfeld wird im November nochmals ein Marathon angeboten. Klar, da will ich dabei sein, beim legendären Frauenfelder Militärwettmarsch

Der Frauenfelder ist nicht irgendein Marathon – er ist der „König der Waffenläufe“. Mit einer anspruchsvollen Strecke von 42,2 Kilometern und 520 Metern Höhenunterschied verlangt er alles ab. Aber genau das ist es, was ihn so unwiderstehlich macht. Es ist ein Lauf, der Körper und Geist auf eine harte Probe stellt.

Der Countdown für meine 16. Teilnahme am 16. November 2025 läuft.

Aus dem Archiv: Grenadier RS Isone 1989 / Frauenfelder WL 2008

das Rennen

3. Ettinger Backyard Ultra vom 6. und 7. September 2025

Die ersten 24 Stunden lassen sich auf einen einfachen Nenner bringen: Rennen, laufen, essen, trinken und immer wieder aufs Neue den Start zur nächsten Runde abwarten. So simpel das auf den ersten Blick klingt, so anspruchsvoll ist es, das Ganze tatsächlich durchzuziehen. Ich erlebte während des ersten Tages nie ein richtiges Tief und konnte die Stunden erstaunlich konstant absolvieren – aber das bedeutet keineswegs, dass es einfach war. Die Kunst lag darin, den Kopf stets zu beschäftigen, damit der Fokus nicht verloren geht. Das mentale Spiel war fast genauso fordernd wie die körperliche Belastung.

Im Vorfeld hatte ich eine klare Ernährungsstrategie ausgearbeitet, die ich während des Rennens diszipliniert verfolgte. Denn ohne die passende Energiezufuhr hätte ich den zweiten Tag niemals so stark angehen können. Insgesamt konsumierte ich etwa 16 Liter Flüssigkeit, dazu kamen 8 Bananen, 300 Gramm «Gummibäärli», 11 Gels, 300 Gramm Basler Läggerli und 4 Käsesandwiches. Erstaunlicherweise blieb mir jegliches Übelsein erspart – mein Magen spielte mit und verwandelte jede Kalorie zuverlässig in Vortrieb, egal wie wild die Mischung war.

Zurück zum Rennen: Die Stunden 25 und 26 verliefen weiterhin reibungslos, alles fühlte sich wie Routine an. Doch dann kam Stunde 27 – und damit die nächste Herausforderung. Die Temperaturen stiegen erneut und ich spürte, wie mir nicht nur der Fokus entglitt, sondern beinahe auch mein Ziel aus den Händen glitt. In diesem entscheidenden Moment erinnerte ich mich an einen Satz, der mir zuvor begegnet war: «Wenn der Kopf nicht mehr klar denkt, lauf einfach weiter.» Und genau das tat ich. Zu meiner eigenen Überraschung war ich nach dieser Runde der Einzige, der noch eine weitere starten konnte.

Es ging auf die finale 28. Runde. Nach insgesamt 187,768 Kilometern durfte ich mich als «last man standing» feiern – und das mit neuem Streckenrekord. Ein Gefühl, das alle Anstrengungen bei Weitem übertraf.

Mein besonderer Dank gilt Amy und Heinz, die mich tatkräftig unterstützt und mir zu diesem Resultat verholfen haben. Ihr wart sackstark! Ein grosses Dankeschön geht ebenso an die Veranstalter und meinen unermüdlichen Fanclub, die mich immer wieder motiviert und vorangetrieben haben.

Dieser Ultramarathon war nicht nur ein Rennen gegen die Zeit, sondern auch gegen die eigenen Grenzen – und zeigt einmal mehr: Mit der richtigen Strategie und einem klaren Kopf ist alles möglich.

ready

Die Spannung steigt. Nur noch fünf Tage bis der Glockenschlag die erste Runde des Backyardultras in Ettingen einläutet. Die Vorbereitungen der letzten Wochen waren intensiv. Alles deutet darauf hin, dass ich zum richtigen Zeitpunkt mein Leistungshoch erreicht habe und bereit bin, neue Grenzen zu sprengen. Das Ziel ist klar: Ich will meine persönliche Bestweite im Backyardultra pulverisieren und in Ettingen ein unvergessliches Rennen abliefern!

Vizeschweizermeister

Am 14. und 15. Juni 2025 fand auf dem Gelände der Sportanlage St. Jakob in Münchenstein die Schweizer Meisterschaft im 24-Stunden-Lauf statt. Die Veranstaltung startete am Samstagnachmittag um 12:00 Uhr. Der Temperaturpegel stand um diese Uhrzeit bereits bei 30 Grad und steigerte sich bis in die Abendstunden bis auf 38 Grad Celsius. Als Kaltwetterläufer folglich viel zu heiss! Somit war zu Beginn schon klar, dass ich mich nicht auf die Kilometer konzentriere, sondern das Rennen rein taktisch laufe und die Mitstreiter beobachte. Ich lag lange Zeit an sechster Stelle und versuchte während den heissen Stunden möglichst viel zu trinken und mich regelmässig abzukühlen. Gute 15 Liter Schweissverlust zu kompensieren ist eine Herausforderung. Morgens um 2:00 Uhr kam dann der Zeitpunkt um anzugreifen. So verbesserte ich mich im Ranking bis auf den zweiten Platz, den ich bis zum Schluss halten konnte. Zugegeben: Ich musste mehrmals tief in meine mentale Trickkiste greifen, damit ich das Rennen nicht vorzeitig beende. Es hat sich aber gelohnt. Mit 182.415 Kilometer wurde ich Vizeschweizermeister und Sieger bei den Masters1 (mit 60,41 Kilometer Vorsprung). Ein GROSSES Dankeschön geht an mein Supporter-Team. Ohne Euch ist solch eine Leistung nicht möglich.

Halbmarathon

Am Sonntag nahm ich am Halbmarathon im deutschen Rheinfelden teil.  Der Wettkampf war als Testlauf vorgesehen, um meine aktuelle Leistungsfähigkeit zu überprüfen. Das Rennen verlief konstant gut. Im mittleren Teil verlor ich etwas Zeit, weil ich alles alleine laufen musste. Auf dem letzten Abschnitt konnte ich dann aber nochmals zulegen. Ich schaute während des gesamten Rennens nie auf die Uhr und lief nur nach Gefühl. Deshalb verpasste ich beim Zieleinlauf eine Zeit unter 1:30 Stunden. Eine PB auf der Kurzdistanz ist in meinem Alter aber eh kein Thema mehr. Zu guter Letzt noch ein Dankeschön an den BRC-Fanclub. Bei Regen, Wind und Kälte am Streckenrand zu stehen und anzufeuern, ist auch eine Herausforderung.

201,180 Kilometer

Um es vorneweg zu nehmen: Yesssssssss, ich habe eine neue persönliche Bestleistung erzielt. 201,180 Kilometer sind während 30 Runden zusammengekommen! Somit konnte ich für das Schweizer Team einen bedeutenden Beitrag für das hervorragende Ergebnis liefern. Unser Team klassierte sich bei der Weltmeisterschaftswertung auf dem 17. Rang von 63 teilnehmenden Nationen.

Zum Rennen: Ich liess mir die ersten Stunden extrem viel Zeit für die Runden und legte immer wieder einmal eine Gehpause ein. Während den Pausenzeiten zum Restart ass und trank ich konstant, um mit genug Energie in die nächste Runde zu starten. Alles lief nach Plan bis die 13. Stunde anbrach. Morgens um 3:20 Uhr kehrte es mir auf der Strecke ohne Ankündigung zweimal übelst den Magen. Was tun? Nicht lange stehen bleiben und weiterlaufen, um zeitgerecht wieder ins Ziel zu kommen. Ich rief meinen Notfallplan, denn Aufgeben um diese Uhrzeit war keine Option! So schleppte ich mich rechtzeitig über die Runde. In der kurzen Pausenzeit musste ich mich nochmals übergeben und schaffte gerade noch den Start in die 14. Runde. Danach litt ich gute 4 Stunden lang weiter. Aber ich baute in dieser Zeit mein System mit Bananen sowie Coca Cola wieder auf und war nach der 18. Runde wieder voll im Rennen; also ready für die letzten 12 Stunden meines Rennens. Nach 30 Stunden war es dann vorbei. Glücklich und zufrieden beendete ich den BackYardUltra nach 201,180 Kilometern.

Ein grosses Dankeschön geht an das Team, an die Veranstalter, an meine beiden Betreuer, an den Basel Running Club und an meine Fans :), welche mich stundenlang für diese Leistung unterstützt und motiviert haben!