Thunersee Ultramarathon

Am Samstag war um 4:45 Uhr Tagwache. Nach einem Kaffee und zwei Honigbroten ging es mit dem Zug nach Thun, wo sich um 8:30 Uhr eine grössere Gruppe von Lauffreaks traf. Das Ziel aller war, den See innerhalb von 12 Stunden zu umrunden. Gelaufen wurde dabei auf dem Panorama Rundwanderweg Nr. 26 von Thun in Richtung Spiez nach Interlaken und dann auf der anderen Seite über die Beatus-Höhlen wieder zurück nach Thun. So kamen 60 Kilometer und knapp 2’000 Höhenmeter zusammen; dies in (m)einer Zeit von 7:02:06 Stunden. Super organisiert (merci viu mau Tinu), eine abwechslungsreiche Strecke, bestes Laufwetter und ein Hopfengetränk nach dem Zieleinlauf – was will man mehr an einem Pfingstsamstag.

Streckenprofil

Schilderwald

Während den langen Läufen entdecke ich immer wieder kuriose Objekte oder sonstige schräge Gestalten. Beim heutigen LongRun durch einen Teil des Elsasses waren es Verkehrsschilder, die mich zum Schmunzeln brachten. Das Training fiel heute ein wenig kürzer aus, weil es nächste Woche richtig anstrengend wird.

Wettkampf Nr. 101

Heute lief ich in Freiburg meinen 101. Wettkampf über die Marathondistanz/oder länger. Dank einer cleveren Renneinteilung gelang mir eine passable Zeit und eine Top-Drei-Klassierung in der Altersklasse M55.

Noch 10 Tage…

…bis zum Freiburg Marathon aber blicken wir zuerst einmal zurück. Ich startete Ende Januar 2024 die Vorbereitungen für dieses Abenteuer. Meinen letzten Wettkampf über 42,195 Kilometer lief ich vor sechs Jahren im 2018. Obwohl ich schon einige Marathons finishte, ist mein Respekt vor dieser Aufgabe immer noch gross. Ich begriff schon bald, dass sich meine angepeilte «Wunschzeit» nicht mit meiner maximalen Leistungsfähigkeit deckt. Mit Baujahr 1969 gehöre ich in der Zwischenzeit zu den Oldtimern und nicht mehr zu den Sportwagen. Zwischen “möchten” und noch “können” liegen Welten. Das musste erstmals in meinen Kopf. Ich nahm deshalb eine Potenzialanalyse mit meinen aktuellen Wettkampfzeiten vor. Auf der Webseite von laufcampus.com findet sich ein cooles Tool, das auf der Basis meiner aktuellen Werte, die Wettkampfzeit für einen Marathon berechnet. Dabei kam eine Zeit zwischen 3:10:55h und 3:15:49h heraus. Wow – doch nicht so übel wie ich zuerst vermutete. Jetzt musste noch ein Plan her. In meinen guten oder besseren Jahren trainierte ich nach einem individuellen Plan von Peter Greif. So kam es, dass ich den Marathon-Trainingsplan «Heisses Feuer im alten Ofen» für meine Vorbereitungen heranzog.  Ein Plan mit hohen Anforderungen und auf das Alter sowie die Leistungsfähigkeit anpassbar. Aber auch der beste Trainingsplan greift nicht, wenn eine Grippe und eine Hüftblockade einen optimalen Aufbau verhindern. Immer wieder musste ich das Training für ein paar Tage aussetzen. Mit meiner Never-give-up-Einstellung zog ich aber den Trainingsplan trotz einigen Zwangspausen durch. So stand heute die letzte und abschliessende Tempoeinheit als Formtest vor dem Wettkampf auf dem Programm. Das Ergebnis stimmte mich zuversichtlich. Ich konnte ohne übermässigen Aufwand die Kilometerabschnitte regelmässig durchziehen. Jetzt folgt die schwierigste Phase: Beine und Kopf ruhigstellen, also die Zeitspanne des Taperings.

Woche 4

115,6 Wochenkilometer – davon 3 Quali-Einheiten (10km TDL, 3x3000m Intervalle, LongRun). So langsam gewöhnt sich der Körper auch an die schnelleren Einheiten – aber da muss ich immer noch sehr beissen, um die vorgegebene Pace zu halten.

Erkenntnisse

Das Highlight dieser Woche war der LongRun über 36 Kilometer am Samstagvormittag. Da hat mich der Hammermann wieder einmal voll geprügelt, was so viel bedeutet wie: Zu schnell gestartet und gegen Ende (sehr) gelitten…und trotzdem durchgezogen 🙂 Die beiden anderen Quali-Einheiten bestanden am Dienstag aus einem Tempodauerlauf (15km/4:32 Min./km) und am Donnerstag aus einem Intervall-Training (6x1000m/4:05 Min./km). Erkenntnisse aus drei Wochen Marathontraining: Lang geht immer aber schnell ist nicht mehr wirklich schnell.

Marathontraining

Seit dieser Woche trainiere ich wieder nach Plan. Ein Tempowechsellauf, ein Tempodauerlauf sowie ein LongRun standen als Schlüsseleinheiten auf dem Programm. Dazu kamen noch zwei Trainings im extensiven und regenerativen Bereich. Die Quali-Einheiten erforderten mehr Regenerationszeit. Deshalb lag das Wochentotal “nur” bei 99,41 Kilometern.