Back-to-Back

Wer für einen Ultramarathon trainiert, steht vor einer grossen Herausforderung. Man kann im Training vor dem Renntag nicht einfach die komplette Wettkampfdistanz laufen. Das würde den Körper komplett zerstören und die Regeneration Tage oder Wochen kosten. Wie bereitet man sich also auf die extremen Distanzen vor? Die Antwort lautet Back-to-Back-Training. In der Szene wird diese Methode oft einfach B2B genannt. Sie ist eines der effektivsten Werkzeuge für alle Ultraläufer.

Das Prinzip hinter dieser Trainingsform ist simpel aber intensiv. Du absolvierst an zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen lange Trainingseinheiten.

Der eigentliche Zweck dieser Methode ist die gezielte Vorermüdung. Am ersten Tag läufst du deine Speicher leer und ermüdest die Muskeln. Wenn du am zweiten Tag die Laufschuhe schnürst, startest du bereits erschöpft. Du lernst, trotz schwerer Beine eine saubere Lauftechnik aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig baut dieses Training eine mentale Härte auf, die dich im späteren Wettkampf retten wird.

Um mich optimal auf meine nächsten Ziele vorzubereiten, setze ich diese Methode jetzt direkt in die Praxis um. Ich werde an den nächsten drei Wochenenden feste B2B-Läufe in meinen Trainingsplan integrieren.

B2B: Samstag 11. Juli 2026
B2B: Sonntag 12. Juli 2026

Kreta

Nach dem letzten intensiven Trainingsblock im Juni war es endlich so weit. Die Reise ging ab nach Kreta in die Ferien. Dort habe ich ganz bewusst den Umfang und die Intensität für 14 Tage heruntergefahren.

Ein zweiwöchiges reduziertes Training sieben Wochen vor dem 100-Meilen-Lauf wirft vielleicht Fragen auf. Gefährdet das nicht die Zielvorgabe? Die Antwort lautet ganz klar nein. Der Grund dafür ist einfach. In den Monaten davor habe ich eine extrem solide aerobe Basis aufgebaut.

Diese gezielte Regeneration wirkt im Grunde wie ein vorgezogener, regenerativer Block. Er bringt eine enorme körperliche Frische. Gleichzeitig bleibt der aerobe Kapazitätsverlust bei einem minimalen Lauftraining in dieser kurzen Zeit messbar unbedeutend.

Die grossen Vorteile dieser Laufpause lassen sich erklären:

Superkompensation der Muskelstrukturen
Mikrotraumen und chronische Entzündungen in den Sehnen und Muskeln sind normal. Sie entstehen durch das anhaltend hohe Laufvolumen. In dieser Pause heilen sie nun vollständig aus.

Zentralnervöse Erholung
Nicht nur die Muskeln ermüden beim Ultratraining. Auch das Nervensystem regeneriert sich in den Ferien. Die neuromuskuläre Frische steigt dadurch spürbar an.

Mentale Entlastung
Der psychologische Stress des harten Trainings sinkt. Das schärft den mentalen Fokus für die finale Peak-Phase der nächsten drei Wochen.

Mit der gewonnenen Frische im Kopf und in den Beinen startet jetzt die heisse Phase.

Heisse Woche

Viele Laufkilometer, erstmals ein Back-to-back-Training am Wochenende mit 31 Kilometern am ersten Tag und 45 Kilometern am zweiten Tag. Auch Intervalle und ein Tempowechsellauf standen auf dem Programm. Die Temperaturen lagen teils über 35 Grad. Deshalb waren Fokus, eine gute Planung und Anpassung besonders wichtig.

Am Ende blicke ich stolz auf diese extremen Tage zurück. Alles lief nach Plan und der Körper hat perfekt mitgespielt. Diese Woche hat gezeigt, dass Grenzen oft nur im Kopf existieren und harte Arbeit sich immer auszahlt.

Screenshot

Spendenmarathon

Am Mittwoch stolperte ich rein zufällig über den Spendenmarathon der l’Unique Foundation. Die Stiftung sammelt Geld für den Bau sanitärer Anlagen für Kinder in Nepal, um die hygienischen Bedingungen und die Lebensqualität vor Ort nachhaltig zu verbessern. Ich fragte spontan beim Veranstalter nach, ob trotz der verpassten Anmeldefrist noch ein Startplatz frei wäre. Nur drei Tage später stand ich an der Startlinie.

Am Vorabend lud das l’Unique zu einer Pastaparty ein, um die Kohlenhydratspeicher für den grossen Tag maximal zu füllen. Am Samstagmorgen um 9.00 Uhr fiel dann der Startschuss. Begleitet vom Applaus der Fans ging es vor der Wall of Fame im Gerbergässlein los. Vier Runden auf Stadtbasler Boden warteten auf uns.

Das Ganze war kein typischer Massenstart-Marathon, bei dem jeder verbissen für sich die Strecke absprintet. Bei uns stand der Teamgedanke im Vordergrund. Wir begleiteten den Initianten des Projekts, Fabio Gallacchi, und pushten ihn gemeinsam, damit er die vollen 42,195 Kilometer durchbeissen konnte. Am Ende haben drei Läufer diesen besonderen Marathon gefinisht und ich war stolzer Teil dieses Trios.

Am Rande erwähnt: Der Trainingsplan verlangte heute 50 Kilometer. Also gönnte ich mir vor dem Marathon zur Einstimmung schon einmal lockere 10 Kilometer.

konstant

Hinter mir liegt eine ruhige und konstante Trainingswoche. Mit rund 100 Kilometern lief alles locker.

Ausruhen gibt es aber erst einmal nicht. In den nächsten beiden Wochen werde ich den Wochenumfang nochmals ein gutes Stück hochschrauben. Da stehen mir einige intensive und fordernde Stunden in den Laufschuhen bevor.

Mai 2026

Der Mai war ein produktiver und leistungsorientierter Monat. Zusammengefasst in Zahlen:

  • Gesamte Laufdistanz: 538,55 km
  • Lange Einheiten (Marathon und länger): 5
  • Längste Einheit: 165,2 km
  • Regenerative Woche: 1 (direkt nach dem Backyard‑Rennen)

Schwerpunkt des Monats war die aerobe Grundlagenausdauer. Training, Regeneration, Ernährung und Belastungssteuerung waren im Mai gut aufeinander abgestimmt. Es traten keine akuten Beschwerden oder Verletzungen auf. Es läuft alles nach Plan.

Akkus wieder voll

Die letzten zwei Wochen standen ganz im Zeichen der aktiven Erholung. Nach den intensiven Wochen davor war es nötig, den Muskeln und dem Kopf etwas Ruhe zu gönnen. Komplett die Beine hochgelegt habe ich aber natürlich nicht.

Auf meinen langen Lauf am Wochenende wollte ich nicht verzichten. Diese Stunden sind für mich mentale Erholung pur. Dafür blieben die Laufschuhe unter der Woche für die harten Tempoeinheiten im Schrank. 

Ab dieser Woche startet mein 12-Wochen-Trainingsplan für den 100-Meilen-Lauf in Berlin! Die Basis steht, die Motivation ist gross und die Vorfreude wächst mit jedem Tag. 

LongRun vom 16. Mai 2026
LongRun vom 23. Mai 2026

Backyardultra Hallwil

Nach 160,9344 Kilometern habe ich das Rennen vorzeitig beendet — erschöpft, aber stolz auf diese starke Leistung. Während der letzten Runden bekam ich Krämpfe, die von den Füssen bis in die Magengegend reichten. Den genauen Auslöser muss ich noch analysieren. Trotzdem nehme ich die Erfahrung mit und versuche beim nächsten Mal ein paar Runden draufzulegen.

1. BRN Airport Marathon

Heute fand in Belp im Kanton Bern die Generalversammlung des 100er Marathon Clubs der Schweiz statt. Traditionell begann der Tag mit einem Marathonlauf, der den Mitgliedern Gelegenheit bot, sich vor dem administrativen Teil noch etwas zu bewegen.

Gelaufen wurden zwei Runden à 21,1 Kilometer mit 135 Höhenmetern. Die Start- und Landepiste des Flughafens Bern-Belp zeigte sich mehrmals in Sichtweite. Die Strecke war nicht markiert, stattdessen stand eine GPX-Datei zur Verfügung, welche die Route auf der eigenen Laufuhr abbildete. Die Zeitmessung erfolgte elektronisch – sehr professionell für eine kleine Veranstaltung. Nach 42,195 Kilometer wurde ich mit 3:41:55 als Dritter registriert. Ich wollte meine sehr gute Form nicht aufs Spiel setzen. Deshalb ging ich den Marathon defensiv an und genoss für einmal jeden einzelnen Kilometer. Am nächsten Wochenende steht mein Frühjahr-Highlight an: Es geht nach Hallwil zum Backyard!

Die anschliessende Versammlung war kurzweilig und wurde zügig sowie ganz unterhaltsam abgehandelt. Zum Abschluss liess man den Tag bei einem wohlverdienten Apéro und Nachtessen ausklingen. Sportliche Leistung und kameradschaftliche Vereinsgemeinschaft machten den Ausflug nach Belp zu einem vollen Erfolg.

Regenerationswoche

Verona, Gardasee und Venedig standen diese Woche auf dem Programm. Norditalien präsentierte sich von seiner besten Seite: verwinkelte Altstadtgassen voller Geschichte, ein erfrischender See und endlos blauer Himmel. Die Regenerationswoche erfüllte ihren Zweck voll und ganz — Ruhe, kurze lockere Läufe und viel Zeit zum Erholen stärkten Körper und Geist.

Klar, die Laufschuhe waren auch dabei: